Wissen. Wahrnehmung. Vermittlung. Seite 91

Hinweis: Dies ist eine maschinenlesbare No-Flash Ansicht.
Klicken Sie hier um zur Online-Version zu gelangen.

Inhalt

91DIE TAGUNG WISSEN WAHRNEHMUNG VERMITTLUNG KULTURGESCHICHTE IN DER ÖFFENTLICHKEIT Dr Eugen Trapp In manchen Fällen ist aus Gründen der Vermittlung eine Re konstruktion beziehungsweise eine Retusche durchaus erlaubt um etwas Verlorengegangenes wiederherzustellen Dies ist jedoch nicht das Anliegen der Denkmalpflege Aufgabe der Denkmalpflege ist es im Gegenteil auf den Wert des Originals hinzuweisen Dr Michael Henker Wir dürfen nicht so tun als seien Rekonstruktionen sinnlos Viele besitzen ohne Zweifel einen Wert So ist eine Idealrekon struktion insbesondere im archäologischen Bereich durchaus wünschenswert Die tatsächliche Rekonstruktion kann jedoch auch beispielsweise durch eine Nachbildung in elektronischer Form oder durch nachahmende Bepflanzung ersetzt werden Auch dies kann sehr anregend sein Dr Thomas Rainer Manchmal liegt auch bereits auf dem Weg hin zur Rekonstruk tion ein prozessualer Erkenntniswert DiskutantIn Wenn ich kurz auf den Genius Loci hinweisen darf Auch die Münchner Residenz ist in wesentlichen Teilen rekonstruiert Dies ist aber vielen gar nicht mehr bewusst weil die Rekonst ruktion schon lange genug zurückliegt Auch die Kopie vermit telt viel von der einstigen Prächtigkeit der Residenz Dr Sebastian Karnatz Problematisch ist bei Denkmälern immer auch die Zerstörung einer spezifischen Schicht des Zeugniswerts eines Denkmals zugunsten des Erhalts oder der Rekonstruktion einer anderen Ein Beispiel sind hier die zahlreichen purifizierten und damit für immer verlorenen Kirchenausstattungen des 19 Jahrhun derts die vor allem die Nachkriegszeit als minderwertig ange sehen hat Die Denkmalpflege muss erkennen dass viele ihrer Bewertungsmaßstäbe zeitgebunden sind DiskutantIn Ich verweise darauf dass es sich zum Beispiel beim Wieder aufbau der Frauenkirche um einen anders gelagerten Fall


Vorschau Wissen. Wahrnehmung. Vermittlung. Seite 91