Wissen. Wahrnehmung. Vermittlung. Seite 33

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Inhalt

33DIE TAGUNG WISSEN WAHRNEHMUNG VERMITTLUNG KULTURGESCHICHTE IN DER ÖFFENTLICHKEIT der intensiven Beschäftigung mit ausgesuchten Objekten wer den den Besuchern auch Fähigkeiten vermittelt sich museale Präsentationen selbstständig zu erschließen Sie sollen sich ja ihr eigenes Bild machen können und nicht dauerhaft auf die Anleitungen der Museumspädagogik angewiesen bleiben Dabei werden in der Auseinandersetzung mit den konkreten Objekten auch jene Grenzen zwischen aus heutiger Sicht gesi chertem Wissen und weiterem Forschungsbedarf deutlich Die von manchen ersehnten Zeitreisen gibt es im Museum so wenig wie sonst im realen Leben Es kann sie selbst im übertragenen Sinn nicht geben da uns dafür alle notwendigen Voraussetzungen fehlen Albrecht Dürer beispielsweise ein Künstler mit Migrationshintergrund würde unsere heutigen Diskussionen zu Migration und Integration so wenig begrei fen können wie wir in der Lage wären seine Religiosität oder die seiner Zeitgenossen wirklich zu begreifen Wir können uns der Vergangenheit mit unserem heutigen Blick und Verstand annähern mit ihr bestenfalls auf Tuchfühlung kommen mehr nicht Die Museumspädagogik vermittelt nicht nur Museumswissen an die Besucher Sie vermittelt auch zwischen den Vorkennt nissen Erwartungen und Einschätzungen der Besucher und der musealen Präsentation Die Beschäftigung mit diesen Er wartungen und Kenntnissen scheint mir auch deshalb wichtig zu sein weil hier tradierte Geschichtsbilder zu Tage treten die nur schwer zu korrigieren sind Ein Beispiel Wenn wir heute an das Leben auf einer mittelalterlichen Burg denken denken wir oft an Feste opulente Essen schöne Burgfräulein den Keuschheitsgürtel und vor allem an den Kampf tapferer Ritter in der Eroberung und Verteidigung der Burg wie ihn zumin dest früher die Jungs mit ihren Ritterburgen gerne gespielt ha ben Wie langweilig dazu im Vergleich das tatsächliche Leben auf den allermeisten dieser befestigten Verwaltungssitze war wollen die wenigsten genauer wissen Wenn Besucher im Museum zuallererst die Bestätigung ihrer vorhandenen Geschichtsbilder erwarten so bleibt es dennoch Aufgabe des Museums und der Museumspädagogik diesen Bildern Korrektive gegenüberzustellen Aus der Notwendig keit an Erwartungen einerseits anzuknüpfen sie aber wenn


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